Die Fläche im August 2026, kurz vor dem Auszug. Die Open-Call-Plakate liegen schon bereit.
1983 eröffnete Haushaltwaren Rauch in der Karl-Liebknecht-Straße 22.
43 Jahre lang haben Dietmar und Antje Rauch den Kiez mit Schrauben, Töpfen, Blumenerde
und gutem Rat versorgt. Dann kaufte ein privater Anleger das Haus und
verdoppelte die Gewerbemiete.
Die Geschichte geht trotzdem gut aus: Mit Unterstützung aus dem Kiez war schnell eine
neue Fläche gefunden. Seit September 2026 steht der Laden gegenüber, auf der anderen
Straßenseite. Die Mieterhöhung hat ihn nicht verdrängt.
Doch was passiert mit der alten Fläche? Da der Mietvertrag noch bis Ende des Jahres
läuft, können wir sie gemeinsam mit euch von Oktober bis Dezember 2026
als „Das Gegenteil von Leerstand" nutzen, einen offenen Raum für Ausstellungen,
Workshops, Konzerte, Gespräche und alles, was sonst keinen Platz findet.
Statt Leerstand zuzulassen, öffnen wir die Fläche für Kultur, Austausch und Teilhabe.
Gemeinsam mit den Inhaber*innen von Haushaltwaren Rauch gestalten wir diese
Zwischennutzung.
Das Projekt
Hinter „Das Gegenteil von Leerstand" steht ein Team von fünf Menschen
aus unterschiedlichen Bereichen: Kunst, Kulturmanagement, Journalismus, Veranstaltungen
und Bildung. Die Idee entstand, als klar war, dass Haushaltwaren Rauch ab September eine
neue Verkaufsfläche hat, aber noch bis Ende des Jahres Miete für die alte Fläche zahlen
muss. Statt drei Monate Leerstand zuzulassen, kam die Idee auf, diesen Raum temporär für
den Kiez zu öffnen.
Was steckt dahinter? Zum einen der politische Gedanke: Leerstand aktiv
vermeiden und auf die Gentrifizierung aufmerksam machen, die unsere Stadt prägt. Zum
anderen der solidarische Aspekt: Ein Raum, den alle nutzen und nutzen
dürfen, innenstadtnah, unentgeltlich und offen für Kultur, Austausch und Teilhabe. Es soll
ein Raum sein, in dem Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Gespräche und alles, was sonst
keinen Platz findet, stattfinden können.
Dieses Projekt wird ermöglicht durch Haushaltwaren Rauch, die uns die Fläche für die
Zwischennutzung zur Verfügung stellt, und findet in Kooperation mit exe.network statt,
einer Vernetzungsplattform für Künstler*innen.
Werdet Teil von „Das Gegenteil von Leerstand"
Ausstellung, Workshop, Vorführung, Vortrag, Diskursformat: wir freuen uns über alles, was zur
Auseinandersetzung anregt und Teilhabe möglich macht. Nachbarschaftsinitiativen, Vereine,
Ehrenamtliche, Künstler*innen. Und ausdrücklich auch Menschen mit Ideen, die in keine dieser
Kategorien passen.
Wir bieten die Fläche unentgeltlich, dazu Sichtbarkeit über unsere Kanäle sowie Presse- und
Netzwerkarbeit, und Unterstützung bei Organisation und Koordination.